Orthopädische Praxis
Dr. Martin Frömel
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Die Wirbelsäule

A. Anatomie

B. Häufigste Erkrankungen und Therapien

 

Anatomie

Die Wirbelsäule ist das zentrale tragende Element des Menschen. Sie verbindet alle anderen Teile des Skeletts miteinander. Bei der Steuerung und Übermittlung von Befehlen aus dem Gehirn und bei der Aufnahme von Reizen und Informationen aus der Umgebung spielen die Wirbelsäule und das in ihrem Inneren liegende Rückenmark mit den abgehenden Nerven eine zentrale Rolle. 

Die Wirbelsäule des Menschen ist, von der Seite betrachtet, in den  einzelnen Wirbelsäulenabschnitten unterschiedlich geformt. Die Halswirbelsäule weist eine Biegung nach vorne auf, die Brustwirbelsäule wölbt sich nach hinten, die Lendenwirbelsäule wieder nach vorne und Kreuz- und Steißbein als Einheit wiederum nach hinten .Damit  ergibt sich eine doppelt S-förmige Krümmung, welche die Wirbelsäule zu einem federnden Stab macht und damit  dem aufrecht gehenden Menschen ein elastisches Gangbild verleiht. So werden die Erschütterungen, die beim aufrechten Gang entstehen, gering gehalten und verteilt. Auch das empfindliche Gehirn wird damit vor größeren Erschütterungen geschützt.

 

1. Wirbelsäulenabschnitte:

Die Wirbelsäule besteht aus:

  • 7 Halswirbelkörpern
  • 12 Brustwirbelkörpern
  • 5 Lendenwirbelkörpern

Die 5 Wirbel, die das Kreuzbein und Steißbein bilden, sind in der Regel miteinander verwachsen. Deshalb spricht man auch oft davon, dass die Wirbelsäule sich aus 24 freien Wirbeln (Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule) und dem Kreuzbein und dem Steißbein zusammensetzt.
 

2. Wirbelkörper und Wirbelkanal

Der allgemeine Aufbau der Wirbelkörper ist in allen Abschnitten gleich.
Ein Wirbel besteht aus einem kompakten Wirbelkörper, an den sich der knöcherne Wirbelbogen anschließt. Dadurch ergibt sich zwischen Wirbelkörper und Wirbelbogen ein Hohlraum. Dieser bildet, von oben nach unten betrachtet, den Wirbelkanal, der dem darin gelegenen Rückenmark und seinen Nerven Schutz bietet.

Das Rückenmark reicht vom Abgang des ersten Halsnerven bis zum so genannten Conus medullaris, der beim Erwachsenen in Höhe des ersten Lendenwirbels endet. Darunter gibt kein eigentliches Rückenmark mehr, sondern nur einzelne Nerven.

Die Wirbelbögen zweier benachbarter Wirbel lassen als Zwischenraum auf jeder Seite das Zwischenwirbelloch frei, durch welches auf jeder Etage ein Rückenmarksnerv aus dem Wirbelkanal austritt.

3. Querfortsatz und Dornfortsatz

Auf jeder Seite des Wirbelbogens entspringt ein so genannter Querfortsatz, welcher im Brustbereich eine Gelenkfläche besitzt, an die die Rippen ansetzen und auf der Rückseite der Dornfortsatz. Diese knöchernen Vorsprünge dienen Bändern und Muskeln als Ansatzstellen. Um einen stabilen Kontakt jedes einzelnen Wirbels mit seinen Nachbarwirbeln zu gewährleisten, sind sie untereinander über die kleinen Wirbelgelenke miteinander verbunden. Auch diese Wirbelgelenke nehmen ihren Ursprung von den Wirbelbögen.

4. Bandscheibe und Wirbelgelenke

Mit Ausnahme des ersten und zweiten Halswirbels und der miteinander verschmolzenen Kreuz- und Steißbeinwirbel sind zwei benachbarte Wirbel immer durch eine Bandscheibe miteinander verbunden. Diese liegt jeweils zwischen den beiden Wirbelkörpern und besteht aus so genannten Faserknorpel mit einem relativ festen, äußeren, bindegewebigen Ring und einem weichen, inneren Kern.
Aufgaben der Bandscheiben sind das Abdämpfen von Stößen und Erschütterungen sowie die bewegliche Verbindung der einzelnen Wirbel miteinander.
Außer den Bandscheiben gibt es noch echte Gelenke zwischen den einzelnen Wirbeln, die kleinen Wirbelgelenke oder Wirbelbogengelenke.
 

5. Bewegungssegmente

Wichtig für das Verständnis der Wirbelsäulenfunktion ist die mechanisch-beschreibende Unterteilung in Bewegungssegmente, dies sind die kleinsten funktionellen Einheiten der Wirbelsäule und bestehen jeweils aus zwei Wirbelkörpern, der dazwischen liegenden Bandscheibe, den dazugehörenden Wirbelbogengelenken sowie den Nerven, Muskeln und stabilisierenden Bändern.
 

6. Bandapparat

Die Stabilität der Wirbelsäule wird durch kräftige Bänder gewährleistet, die sich über ihre gesamte Länge erstrecken.

  • Das vordere Längsband, es stellt die stabilisierende Grenze der Wirbelsäule in Richtung Bauchraum dar.
  • Das hintere Längsband. Es kleidet den Wirbelkanal in seinem vorderen Bereich aus.
  • Das gelbe Band verspannt die einzelnen Wirbelbögen miteinander.
  • Ein System von kräftigen Bändern verbindet die Querfortsätze der einzelnen Wirbel miteinander.
  • Ein anderes System zieht von Dornfortsatz zu Dornfortsatz und verbindet die Rückseiten der einzelnen Wirbel miteinander.
  • Ein über die Spitzen der Dornfortsätze ziehendes Band stellt das am weitesten hinten gelegene stabilisierende Band der Wirbelsäule dar.

Diese sechs Bänder bzw. Bandsysteme sind für die Stabilität der Wirbelsäule von großer Bedeutung. Unterstützt werden sie von den zahlreichen Rückenmuskeln. Bänder geben der Wirbelsäule Halt und Beweglichkeit. Normalerweise ist die Wirbelsäule im Hals und Lendenbereich nach allen Richtungen sehr beweglich, im Brustbereich dient sie vorwiegend der Brustkorbstabilisierung.

 

Häufigste Erkrankungen und Therapien

Grundsätzlich ist wie bei allen anderen Erkrankungen, die Vorgeschichte wichtig. Nur mithilfe einer körperlichen Untersuchung und bildgebender Verfahren (Röntgen und eventuell MRT) lässt sich eine Diagnose stellen.

Die häufigsten Erkrankungen sind:

  • Bandscheibenvorfälle
  • Einengungen der Nervenaustrittsbahnen
  • Arthrose der kleinen Wirbelgelenke
  • Osteoporotische Brüche der Wirbelkörper

Im Weiteren treten oft auf:

  • Instabilitäten bis zum Wirbelgleiten (Spondylolisthesis)
  • Rheumatoide Erkrankungen (z.B. M.Bechterew)
  • Deformationen der Wirbelsäule wie Skoliose

Selten treten Geschwülste oder Tuberkulose an der Wirbelsäule auf.

Schwere Verletzungen der Wirbelsäule, bei denen das Rückenmark geschädigt wird, führen zu Lähmungen.
Degnerative Veränderungen und osteoporotische Brüche können sich im Bereich der Wirbelsäule durch akute oder chronische oder immer wieder auftretende Muskelverspannungen oder auch durch Schmerzen im Rücken bemerkbar machen. Sie strahlen bis in die Finger beziehungsweise bis in die Zehen aus und machen sich  unter Umständen auch durch Taubheit bemerkbar.

Liegt eine Osteoporose vor, können akute und heftige Rückenschmerzen durch einen Wirbelbruch entstehen (Patienten werden kleiner). Hier kann eine Stabilisierung mit Knochenzement eine sofortige Schmerzfreiheit zur Folge haben.
Wichtig ist immer eine genaue Diagnostik.

Therapiemöglichkeiten

  • Sport, Fitness, Änderung des Aufbaus des Arbeitsplatzes, Mobilität etc.
  • Gezielte Gymnastik, Yoga etc
  • Bei akuten/chronischen starken Schmerzen: CT gesteuerte Injektion
  • Bei Arthrose der kleinen Gelenk: so genannte Facettendenervierung
  • Bei osteoporotischen Brüchen: Stabilisierung mit Zementspritze

Eine Operation ist relativ selten erforderlich
Die Patienten sind in der Regel nur nach einer OP arbeitsunfähig. Wann die  Sportfähigkeit wiederhergestellt wird, hängt individuell vom einzelnen Fall ab.

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